digidiary Webseite - Aktuelle Einträge - Alle Geschichten - Alle Songtexte - Alle Träume - Alle Gedichte - Alle Poesie Alben - Hilfe, Infos & FAQ

The only place where success comes before work is in the dictionary. Vidal Sassoon
Life's a misery    


2011 122012 2   Januar 2012  
Mo Di Mi Do Fr Sa So

Eintrag von wunderland am 27.1.2012



Ich bibber die ganze Zeit. Ich sitze in der Bahn. Endlich angekommen steige ich aus der (eigentlich) warmen Bahn in den kalten Bahnhof. Ich bibber die Rolltreppe hoch und bibber mich zu Jules herüber. Er steht dort mit offener Jacke und dem Schal in der Hand.
"Du bist doch unnormal!", bibber ich ihn an und kuschel mich an ihn "umarme und wärme mich."
Jules umarmt mich lachend. Er gibt mir seinen Schal und wickelt ihn um mich. "Müde?"
"Ein Bisschen.", sage ich und wärme etwas auf. Ja, so kann ich leben.
"Lass uns los, sonst wird es spät."
"Aber aber aber aber...!"
Jules gibt mir einen Kuss auf den Kopf und zieht mich mit in die eisige Kälte. Ich bibber und zitter und zitter irgendwann so viel, dass Jules Erbarmen hat und mir seine warme Jacke gibt.
Wir kommen an einer Schule an und gehen ins Gebäude. Ich sürze mich gleich auf die Heizung im Flur. Ich umarme und liebkose sie. Jules steht die ganze Zeit lachend neben mir, bis mir wieder warm ist. Dann gehen wir die Treppen hoch und dann durch eine riesige Holztür.
Wir sind in einer großen Aula voller Schüler. Vor der Bühne sitzt ein Orchester und probt schon.
"Darf ich dabei sein?"
"Du bist meine personal assistant. Du bist da wo ich bin."
Ich lächel ihn an. Ich nehme seine Hand. Er schaudert kurz "Hast du kalte Hände!"
"Tut mir leid.." Ich stecke meine Hände in die Jackentasche und sehe mich um. Ich merke, dass Jules von dieser Reaktion sehr überrascht ist. "Schön hier!", sage ich.
Wir beide gehen nach vorne. Er geht zur Dirigentin und begrüßt sie. Sie gibt ihm gleich einen Probenplan. Er und ich setzen uns auf zwei Stühle und er markiert alle Zeiten, zu denen er proben muss. Dann sortiert er seine Noten danach. Ich bin überrascht bei wie vielen Sachen er mitmacht.
"Kriegst du dafür Geld?"
"Ich kriege dafür Erfahrung", sagt er ruhig und lächelt mich dann so charmant an, dass mein Herz zu schmelzen beginng.
"Und das reicht dir?"
"Erfahrung ist unbezahlbar."
Hmm.. Gut.. Als erstes kommen die instrumentalen Stücke. Jules setzt sich an den Flügel und breitet seine Noten aus. Ich setze mich auf einen Stuhl neben ihn und gucke ihm zu. Zwischendurch schreibe ich SMS, aber das ist super schwer, denn auch hier drin ist es wirklich kalt (hat Jules auch gesagt und sich die Hände gerieben). Meine Finger bewegen sich kaum über die Buchstaben und ich verschicke mehr Buchstabensalat als SMS..
Jules wärmt seine Finger etwas auf. Er spielt sich etwas ein, dann beginnt die Probe. Eine halbe Stunde machen sie das Stück. Es ist ganz schön. Manchmal hat Jules auch einige Vorschläge, die gerne angenommen werden. Manchmal sagt die Dirigentin irgendwas, die Musiker spielen das, dann sagt die Dirigentin, dass es sehr viel besser ist - ich höre garkeinen Unterschied!
Nach den Instrumentalstücken kommen die Gesangsstücke. Jules singt zwei Lieder alleine, eines in einer Gruppe und ein Duett. Er spielt noch Klavier für den Chor.
Eines der Solo-Lieder war "Der Erlkönig" - das war richtig schön!
Das Duett ist 9 Crimes von Damien Rice. Ich mag das Lied so gern... Erst singt das Mädchen alleine. Sie hat eine wirklich, wirklich schöne Stimme. Jules sitzt überlegend neben mir. Ich beobachte ihn. Er beobachtet das Mädchen genau. Dann soll Julian auch singen. Und sofort hört sich das Mädchen mit einer schönen Stimme an, wie jemand ganz gewöhnliches.
Nach dem dritten Durchgang kriegt sie zuviel.
"Ich hör mich an, wie so ein Loser neben ihm! Ich will das nicht mit ihm singen!"
Die Dirigentin kriegt einen richtigen Wutanfall. Jules versucht sie zu beruhigen. Dann gehen wir drei in einen Musikraum. Er setzt sich mit ihr an einen Tisch und analysiert das Lied erstmal, denn er hat das Gefühl, dass sie den Sinn des Liedes noch nicht so ganz verstanden hat.
Danach singen sie es oft durch. E verbessert viel an ihr, aber er bindet sie trotzdem ein, mit Fragen, wie sie es gerne singen wollen würde oder wie sie seine Vorschläge findet. Er behandelt sie ganz gleichwertig.
Nach einiger Zeit gehen wir wieder zurück und dann ist Pause.
Jules und ich sitzen in einer Ecke. Er grinst und gibt mir seine Tasche. Ich öffne sie - ich kenne doch sein Grinsen - und glotze Jules an.
"Wie du hast das abgeholt?? WIE du bist in einer Schule mit einer Peitsche?", frage ich ungläubig und fasziniert zugleich. Mutig, mutig.
"Ich hab dir das Ding doch versprochen, oder?"
"Und dann holst du das heut morgen ab?", lache ich und kuschel mich an ihn. Mir ist immernoch kalt, aber mittlerweile habe ich mich damit abgefunden und zitter nicht mehr so viel. Er zieht mich auf seinen Schoß und schließt mich in seinen Armen ein. Mir wird warm.
Irgendwann wird weitergeprobt. Mein Lieblingslied auf's Neue.
Das Mädchen rastet voll aus "Neben ihm bin ich eine Niete!"
Jules lächelt sie an "Also ich werde mich nicht bremsen. DU musst einfach etwas mehr aus dir rausholen. Das Potential ist doch da! Lass es doch raus - dann stellt du mich mit aller Sicherheit in den Schatten!"
Während der Proben hat Jules viele Verbesserungsvorschläge und am Ende ist es eine richtig schöne Version des Liedes ist. Dem Original sehr nah, aber es hat einen viel schöneren Höhepunkt und das Mädchen macht es wirklich auch gut - am Ende hat sie Jules wirklich ein kleines Bisschen in den Schatten gestellt (wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob Jules das nicht doch absichtlich gemacht hat um ihr Selbstbewusstsein etwas zu pushen).
Danach fahren wir in ein Subway, holen drei Wraps und dann laufen wir - nicht wie gedacht zu Jules nach Hause - sondern ins Tattoostudio zu Thiemo. Ich freue mich so riesig darüber.
Ich strahle meine beiden Freunde an. Wir essen gemeinsam und ich bin richtig glücklich. Wir quatschen viel und Thiemo fragte mich, ob ich morgenfrüh nicht Zeit für ihn hätte. Klar hab ich das! Morgen um 8 Uhr bin ich mit ihm hier verabredet - ich freue mich schon!
Wieder zuhause bemerke ich, dass die Heizung ausgefallen ist. Ich rufe den Hausmeister an, aber der sagt, dass er frühstens um 21 Uhr dasein kann. Toll..
Ich friere also (wie eigentlich den ganzen Tag schon) in meiner eigenen Wohnung. Mann ist schon weg, er geht heute feiern. Irgendwann ist mir so kalt, dass ich baden gehe.
Danach kuschel ich mit mit dickem Schlafanzug, Fleecesocken, dickem Bademantel, Fleecedecke, Bettdecke, Wärmflasche und Sammy auf dem Sofa ein.
Kurz vor 12 gehen die Heizungen wieder und ich freue mich tierisch! Vielleicht schaffe ich es heute ja doch noch zumindest eine Minute lang nicht zu frieren!


Kommentare


Zu diesem Eintrag gab es bis jetzt keine Kommentare.
Du bist nicht eingeloggt und kannst deshalb keine Kommentare schreiben.



Friday freakday
So langsam kotzt mich meine anhaltende Mü...

geburtstag
yeah yeah yeah... und doch bin ich voller fre...



wunderland
Alter: 20
weiblich

Profil: Man bedenke, dass natürlich die Namen geändert oder abgekürzt sind. Wie immer: für Rechtschreib- und Grammatikfehler KEINE Haftung.
Hobbies:
Beruf:








Impressum: Das NonProfit-Projekt digidiary wird von der SEMANTIC-SOLUTIONS GmbH, Auf dem Nol 33 in 86179 Augsburg unkommerziell zur Verfügung gestellt. Registergericht: Amtsgericht Augsburg in Bayern - Registernummer: HRB23895 -
USt-ID gemäß § 27 a Umsatzsteuergesetz: DE263136178 Telefon: +49 (0)821 815 621 88 - Fax: +49 (0)821 815 612 27 - E-Mail: jph[at]semantic-solutions.de - Verantwortlich gemäß § 55 Absatz2 MDStV: Jürgen Peter Häuslein